Soviel Eigensinn darf sein

Inspirationen im Rhein-Main-Gebiet: 99 Tipps

99-mal-rheinmainDas feuerwehrrote Bändchen mit 99 Ausflugstipps in und rund um Frankfurt am Main fiel mir das erste Mal bei einem wunderbaren Geburtstagsfest auf. Ich beneidete ein wenig die Beschenkte – und auch die anderen Gäste wollten die Entdeckertouren ins Rhein-Main-Gebiet, „wie Sie es noch nicht kennen“ sofort unter die Lupe nehmen. Freundlicherweise ließ mir der Bruckmann Verlag ein Exemplar zur näheren Prüfung zukommen.

Frankfurt am Main, unser Bonsai-New York, steht vielleicht nicht ganz oben auf der Liste der touristisch begehrten Städtetrips in deutschen Landen, auf jeden Fall gibt es aber mancherlei Gründe, die Besucher(innen) für ein paar Stunden oder Tage hier her führen: Termine, Freunde, Messen, Shoppingfieber sowie Start und Landung am Drehscheiben-Flughafen. Zudem haben manche ja wirklich Lust, einfach mal ein Wochenende vor der Kulisse der einzigen Skyline der Republik zu verbringen. Neben dem zusammengewachsenen Ruhrgebiet ist Frankfurt am Main vermutlich die Stadt, in der sich auf kurzen Wegen die meisten kulturellen Entdeckungen machen lassen. In Berlin, der Stadt der großen Fläche braucht alles seine Zeit, in Frankfurt findet sich manche Überraschung schon gleich hinter der nächsten Ecke. Unvorbereitet findet man sie jedoch nicht unbedingt, und manche Besucher(innen) vermuten zwischen Bankentürmen und Konsumtempeln in der City auch wenig Anderes.

Frankfurt am Main Alte OperAstrid Biesemaier, passionierte Eingeplackte seit 2007, hat sich auf den Weg gemacht, die etwas unbekannteren Kleinode der Stadt vorzustellen. Ihre 99 Entdeckungen sind nahezu konzentrisch von innen nach außen angeordnet; etwa Zweidrittel der Vorschläge finden sich auf Strandfurter (oh! Ein Freudscher Wunschverschreiber… ) Frankfurter Stadtgebiet, dann folgen Ausflugstipps in die nähere und auch etwas fernere Umgebung.

Es befriedigt mich ein wenig, dass ich viele der Orte auch schon entdeckt habe:-) Den Schwedler See beispielsweise, so versteckt am Rand, von dem mein Blog schon berichtete. Den Frankfurter Osten in Auf- und Umbruch, die multikulturelle Lebendigkeit des Bahnhofsviertels, den herrlichen chinesischen Garten im Bethmann-Park. Diese Stadt ist seit vielen Jahren mein Revier und so habe auch ich schon manches aufgespürt. Gleichwohl ist es spannend, welche Highlights Astrid Biesemeier herausstellt.

Während ich den Elisabethpfad angetestet habe, schickt sie uns auf dem kürzeren Hölderlinpfad nach Bad Homburg. Während wir kürzlich das Hundertwasserhaus in Bad Soden in Augenschein nahmen, empfiehlt sie den Besuch der Waldspirale des Architekten in Darmstadt.

Hundertwasserhausidylle Bad Soden bei Frankfurt

Hundertwasserhaus-Idylle Bad Soden bei Frankfurt

Lauschige Plätzchen und kulturelles Getümmel, Museales und Millieu, Kulinarisches vom veganen Supermarkt bis zum orientalischen Büffett und so manches kleine Lädchen werden vorgestellt. Die Mischung macht´s und stellt Besucher(innen) vor die Qual der Wahl. Gerade Frauen, die es nach Frankfurt verschlägt, können vom variantenreichen weiblichen Blick sicher profitieren, und sich je nach Interessenlage Frankfurt erschlendern. Natürlich scheint auch manches zufällig, es hätte statt dessen auch noch dieses und dieses und dieses sein können. Aber das fällt mir eben gerade beim Blättern in dieser Auswahl auf, wieviel es „bei uns“ zu entdecken und erleben gibt. Da wären noch mal 99 Tipps möglich. Und ich bekomme verstärkt Lust, ein paar der nächsten dann auf diesem Blog zu übernehmen. Ja, das kann man getrost Inspiration nennen.

Und die Umgebung? Als gebütige Wormserin freue ich mich, dass die „Nibelungenstadt“ gleich zweimal Erwähnung findet, 80 Kilometer entfernt, eines der weitesten Ausflugsziele. Aber schaut einfach selbst. Es reicht für einige Trips ins Rhein-Main-Gebiet.

Astrid Biesemeier: 99 x Rhein-Main-Gebiet. Bruckmann-Verlag. 13,40€

Habt Ihr spezielle Fragen vor einem Städtetrip nach Frankfurt am Main? Was interessiert Euch besonders?

 

 

5 Kommentare

  1. 30. Juli 2014    

    Die 99 Tipps von Astrid Biesenmaier haben mich neugierig auf meine Heimatstadt Frankfurt gemacht. Da ich Frankfurterin bin, jetzt aber seit sechs Jahren in der türkischen Ägäis lebe, hat mich dieser kleine rote Band wirklich vom Hocker gehauen. Tolle Tipps – und alles so ganz anders – Minigolfspielen in der Innenstadt, Pralinen machen im Sandweg, Schwimmen mitten im Ostend am Schwedlersee und vieles anderes tolles mehr. Wenn ich hin und wieder in Frankfurt bin, mutiere ich zur Stadtindianerin in meiner Heimatstadt und hole mir als Malerin jede Menge Inspiration für meine liebste Tätigkeit. Ich hatte bei meinem letzten Frankfurt-Besuch im November 2013 Gelegenheit, Astrid Biesemeier persönlich kennenzulernen: Auch dies war ein Erlebnis!

  2. Bärbel Bimschas Bärbel Bimschas
    30. Juli 2014    

    Ach, wie schön, Du kennst die autorin sogar persönlich! Da hast Du mir was voraus. Und die Stadtindianerin kann ich gut verstehen. Es gibt doch ständig Neues zu entdecken, in unserem bewegten Frankfurt. In der Alltagshektik geht das allerdings leider manchmal unter… Wenn Du mal wieder her kommst, sagst Du Bescheid? Ich würde mich freuen.

    • 10. August 2014    

      Das wäre sehr schön. Ich melde mich sehr gerne und erfreue mich bis dahin an diesem feinen Portal.

      So Long Elke lina

  3. Gisela Schmidt Gisela Schmidt
    18. September 2014    

    Jetzt möchte sich die Beschenkte doch gerne mal an dieser Stelle melden. Mein lieber Nachbar, der schon nach kurzer Zeit des Zusammenlebens unter einem Dach und in einem Garten meinen „Entdecker – Drang“ intuitiv aufspürte, war sich sicher, dass „frisches Futter“ her musste. Da er an der Quelle aller Neuschöpfungen tätig ist, wurde ich von ihm an einem sonnigen Apriltag mit diesen 99 Kostbarkeiten beehrt. In einem Eldorado von Neuigkeiten war die eine oder andere Perle mir, als sogenannte Heimatkundige der Rhein-Main-Region, bekannt. Doch ich merkte sehr bald, dass alte Neugierde, nie gestillt, sich meldete, weil diverse Plätzchen wieder in den Fokus traten, an die ich schon lange nicht mehr gedacht, die jedoch ihr Eigenleben von Sehnsucht nicht eingestellt hatten.
    So habe ich mir den Nachtsalon im Logenhaus, „ein bisschen Milieu“ in der Elbestr., die kreativste Minigolfanlage in Frankfurt und nun endlich auch das Stoltze-Museum für meine nächsten Ausflüge markiert. Aber auch die Kaiser-Friedrich-Therme wollte schon „immer“ von mir aufgesucht werden und das, und jenes, und das unbedingt………ein herzliches Dankeschön noch mal an dieser Stelle dem lieben Nachbar.

    • Bärbel Bimschas Bärbel Bimschas
      20. September 2014    

      Liebe Gisela, wie schön Du schreibst! Mehr davon! Du ahnst, dass ich dieser Tage ziemlich beansprucht bin, wenn mit Reisen, dann in der Zeit, vor und zurück, eher glücklich. Doch ich freue mich so über Deinen Kommentar, und Deine Lebensentdeckerinnenlust. Mit dem Nachbarn, in der Tat, hast Du ein gutes Los gezogen. Magst Du ihn von mir grüßen? Ich mochte ihn auf Anhieb sehr.

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